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Erhebliche Chancen, die es zu nutzen gilt

IHK-Wirtschaftsdialog brachte Triest und Oberfranken ins Gespräch

Wirtschaftspolitische Themen nehmen bei den Neudrossenfelder Europatagen von jeher einen großen Raum ein. Aufgrund der der Pandemie geschuldeten Situation wurde in diesem Jahr aus dem IHK-Wirtschaftstag nur eine Stunde, die hatte es aber in sich: sechs herausragende Vertreter der Wirtschaft aus Oberfranken und der Fokusregion Friaul Julisch-Venetien tauschten sich live über bestehende und angedachte Verbindungen aus.

Ermöglicht wurde dies u.a. durch die den gesamten Livestream der Europatage durchziehende Simultanübersetzung durch die Konferenzdolmetscherin Martina Kiderle, die insbesondere diesen Programmpunkt bereicherte. Neben der IHK Oberfranken Bayreuth und der Handels- und Handwerkskammer der autonomen Provinz Friaul Julisch Venetien mit Sitz in Triest hat sich hier in die Organisation auch die Deutsch-Italienische Handelskammer Stuttgart-München mit ihrem Geschäftsführer Dott. Alessandro Marino dankenswerterweise eingebracht.

Gabriele Hohenner, die Hauptgeschäftsführerin der IHK Oberfranken Bayreuth, hatte bereits in ihrem Grußwort für die Europatage die Verbindungen nach Nordost-Italien angesprochen: „Ich darf Sie alle recht herzlich begrüßen zu einer ganz besonderen Veranstaltung in ganz besonderer Zeit. Erstmals finden wir uns zu einer digitalen oder hybriden Veranstaltung zusammen, um mit unseren Partnern die 11. Neudrossenfelder Europatage gemeinsam zu gestalten. Die Partner FEK, die Gemeinde Neudrossenfeld, der Landkreis Kulmbach und die IHK für Oberfranken finden zusammen, um die Vorteile eines starken Europas, das gebraucht wird, und die europäische Idee besonders hervorzuheben. Die IHK darf auch in diesem Jahr den sogenannten Wirtschaftsdialog beisteuern, der sich vor allem auf den Hafen von Triest und die logistischen Verbindungen konzentriert und die wir hiermit auch weiter ausbauen möchten. Die IHK hat nicht umsonst mehrfach mit zwei Unternehmerreisen die jetzige Partnerregion Triest Friaul Julisch-Venetien besucht, um dort Verbindungen zu knüpfen. Und unser Anliegen ist es herauszustellen, was die Vielfalt für die Wirtschaft, für die Kultur und für unsere Verbindungen nicht nur in Oberfranken, sondern in ganz Bayern, in der ganzen Welt eigentlich, bedeutet.

Wir haben eine ganz besondere Beziehung zu dieser Stadt Triest, die an Attraktivität, an historischer Vielfalt nichts vermissen lässt. Wir freuen uns deshalb sehr, daß die Neudrossenfelder Europatage diese Partnerregion gewählt haben. Die IHK für Oberfranken Bayreuth verbindet auch noch etwas ganz Besonderes mit der Stadt Triest. Triest ist die Geburtsstadt unserer allseits geschätzten Vizepräsidentin Dr. Laura Krainz-Leupoldt, die die europäische Idee nicht nur als europäische Wirtschaftssenatorin lebt und in Persona Wirtschaft, Kultur und Kreativität verkörpert. Wir freuen uns deshalb ganz besonders, daß wir hier in diesem Wirtschaftstalk uns mit der Region befassen und diese auch vorstellen. Genießen sie also die 11. Europatage in Neudrossenfeld, lassen sie sich bezaubern von der Vielfalt an Wirtschaft, an Kultur und Kreativität und freuen sie sich vor allem auf einen ganz besonderen Wirtschaftstalk.“

Dieser Wirtschaftsdialog, zu dem auch Dr. Annamaria Andretta, Präsidentin der Deutsch-Italienischen Handelskammer Stuttgart-München (ITALCAM), ein Grußwort beisteuerte, hielt dann auch, was er versprach. Im Rahmen einer virtuellen Podiumsdiskussion, moderiert von Diego d'Amelio, Redakteur der Tageszeitung 'Il Piccolo di Trieste', gingen Vertreter aus der Region Triest und aus Oberfranken der Frage nach, welche Rolle der Hafen in Triest für Franken spielt und welches Potential in ihm steckt.

Zeno d'Agostino, Präsident des Hafen Triest, Francesco Parisi, CEO des gleichnamigen Speditionsunternehmens, Antonio Paoletti, Präsident der Industrie- und Handelskammer Triest, Harald Leupold, CEO HL Consulting und ehemaliger Geschäftsführer der Hafen Nürnberg-Roth GmbH, Andreas Weinrich, Geschäftsführer der Logistik-Agentur Oberfranken, sowie Michael Möschel, Geschäftsführer der Verkehrsakademie Kulmbach und Vizepräsident der IHK für Oberfranken, blickten auf eine positive Entwicklung zurück, sahen aber auch noch viel Potential.

Einig waren sich die Vertreter aus Italien und Deutschland, daß die bereits bestehenden Verbindungen weiter ausgebaut werden sollen. Obwohl 2006 und 2018 Unternehmensfahrten der IHK für Oberfranken Bayreuth nach Triest durchgeführt wurden, ist der Freihafen Triest noch zu wenig präsent in Oberfranken. In den vergangenen Jahren hat sich der Hafen entscheidend weiterentwickelt und bietet viel Potential. Seit dem Einstieg der HHLA (Hamburger Hafen und Logistik AG) 2020 hat der Hafen einen weiteren wichtigen Impuls erhalten.

Die Investitionen der vergangenen Jahre hätten Effizienz, Schnelligkeit, Flexibilität und Konkurrenzfähigkeit erheblich erhöht. Der Hafen biete auch eine intermodale Transportkette in Richtung Südosteuropa und Türkei sowie über den Suezkanal auch darüber hinaus. „Die Zeiten, als der Hafen vor allem für Öl und Genussmittel stand, sind längst vorbei“, fasste Michael Möschel zusammen. Längst biete der Hafen Triest erhebliche Chancen für oberfränkischen Unternehmer – sie müssten nur noch genutzt werden. (Wir danken Peter Belina von der IHK Oberfranken Bayreuth für das zur Verfügungstellen von Teilen des Beitrags.)