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Schloss Neudrossenfeld

Vom Rittergut zum Barockschloss

Das heutige Schloss Neudrossenfeld geht auf ein Reichsrittergut der Lochner von Loch zurück. Überreste dieser ersten Anlage aus dem 14. Jahrhundert wurden unter der Lindenterrasse, unweit des heutigen Schlossbaus gefunden. Der noch heute erhaltene Mitteltrakt des Schlosses wurde wohl ab 1505 von den neuen Besitzern, den Herren von Wirsberg, errichtet. Aus dieser Bauphase ist neben dem Speicher, der in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts durch Wohnräumlichkeiten aufgestockt wurde, auch die Terrassierung des Gartens erhalten. 1584 war Christoph Sigmund von Wirsberg durch fehlende Wirtschaftlichkeit des Guts gezwungen, den Besitz an Markgraf Georg Friedrich zu verkaufen. Bis 1689 war Neudrossenfeld damit kein Adelssitz mehr, sondern wurde von Pächtern bewirtschaftet. Dann übernahm der Geheime Hof- und Justizrat Johann Wolfgang Franck das Anwesen, der es später an eine Verwandte vererbte. Die Söhne der Magdalena Ellrodt sorgten ab Mitte des 18. Jahrhunderts für die wohl bedeutendste Epoche von Schloss Neudrossenfeld. Allen voran Philipp Andreas Ellrodt, der als Bürgerlicher in der Markgrafschaft Baireuth zum ersten Minister und damit mächtigsten Mann hinter dem Landesherrn aufstieg – eine Lebensleistung, die mit zahlreichen Würden und Ehrungen begleitet, gleichwohl tragisch endete. Denn als der in den Grafenstand erhobene Philipp Andreas von Ellrodt den Neudrossenfelder Bau allmählich in ein wahres barockes Juwel umgebaut hatte, in das der junge Graf mit seiner Angetrauten einziehen sollte, starb der Erbe im Alter von erst 28 Jahren. Nur zwei Jahre später verstarb auch Philipp Andreas von Ellrodt, was seine Witwe durch sehr hohe Bauschulden zum Verkauf des Anwesens zwang.

Renaissance eines Schlosses

Schauplatz der Europatage seit 1990er Jahren in neuem Glanz

Während der kurzen, aber glücklichen Jahrzehnte unter den Ellrodts erhielt das Neudrossenfelder Schloss sein heutiges, imposantes Aussehen: so wurde eine dreiflügelige Anlage errichtet und der Terrassengarten barockisiert. Baumeister der Ellrodts war kein Geringerer als Carl Philipp von Gontard, der nicht nur auch der Schlossanlage in Bayreuth seinen Stempel aufdrückte, sondern später auch zu einem der Lieblingsarchitekten der Hohenzollern in Potsdam (Schloss Sanssouci) und Berlin (Brandenburger Tor) aufstieg. Nach den von Ellrodts übernahmen zwischen 1775 und 1809 die Freiherrn von Reitzenstein das Schloss, die die Innenausstattung vollenden ließen.

Es folgten seither zahlreiche bürgerliche Besitzer, zuletzt Dr. Karl Gerhard Schmidt, der das Schloss ab 1990 einer umfangreichen Restaurierung und bauforscherischen Untersuchungen unterzog. Seit 2003 ist der Festsaal des Neudrossenfelder Schlosses Schauplatz der feierlichen Verleihung der FEK-Europamedaille Kaiser Karl IV. im Rahmen der Neudrossenfelder Europatage.

Im Buch “Schloss Neudrossenfeld – Ein Arkadien in Oberfranken” von Dr. Susanne Thesing, erhältlich in der Schlossverwaltung Neudrossenfeld, finden Sie weitere historische und interessante kunstgeschichtliche Details.