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Neudrossenfelds Anfänge

Aus dem Dunkel der Geschichte

Die Region am Rotmain wurde im Rahmen der fränkischen Expansion des 9. Jahrhunderts erstmals aus dem Dunkel der Geschichte gehoben. Die Landschaft um das erst viel später urkundlich nachweisbare Neudrossenfeld gehörte wohl zumindest ab dem 10. Jahrhundert dem Nordgau an. Dieser nördlichste Teil des bairischen Herzogtums wurde bald von den Grafen von Schweinfurt als Grenzmark des Reiches beherrscht und ausgebaut, nach deren Aussterben 1057 von den Grafen Andechs-Meranien. Dieses Geschlecht wurde unter Friedrich Barbarossa in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts in den Herzogsstand erhoben und als Gegenmacht zu den in Ungnade gefallenen Welfen aufgebaut. Mit dem Aussterben der Andechser, die um 1216 Langenstadt, heute ein Gemeindeteil von Neudrossenfeld, dem Kloster Langheim zum Geschenk gaben, gingen auch die Meranischen Lande in die Geschichte ein. Das Pfarrdorf Drossenfeld, das um 1260 erstmals urkundliche Erwähnung fand, stand noch lange unter dem Patronat des Klosters Langheim.

Dreißigjähriger Krieg und andere Katastrophen

Preußisch, französisch, seit 1810 bairisch

Weltliche Herrscher über das Land um Drossenfeld waren später die Herren von Wirsberg, ab 1567 die Burggrafen von Nürnberg, die bis 1792, zuletzt als Markgrafen von Baireuth, Herrscher über das Rittergut Drossenfeld waren. Mehrfach, von den Einfällen der Hussiten im 15. Jahrhundert, über die Albertinischen Kriege Mitte des 16. Jahrhunderts, den Dreißigjährigen Krieg bis hin zu einer Feuersbrunst 1732 wurde das Dorf fast vollständig verheert und immer wieder “neu” errichtet.

Zwischen 1792 und 1806 war das Kulmbacher Land preußisch, nach vier Jahren unter französischer Okkupation kaufte der bairische König das einstige Fürstentum Kulmbach-Baireuth für 15 Millionen Francs Kaiser Napoleon I. ab und ordnete es 1818 im Rahmen der Neugliederung des Königreichs dem Mainkreis zu. Hier bildete Neudrossenfeld bis 1843 ein eigenes Patrimonialgericht, seit 1869 gehört die Gemeinde dem Bezirksamt und späteren Landkreis Kulmbach an. Durch Eingemeindungen und Bevölkerungswachstum stieg die Einwohnerzahl von seinerzeit etwa 1000 auf heute knapp 4000 Menschen an.

Das Europadorf

Eine Perle in Oberfranken macht auf sich aufmerksam

Die Rotmain-Gemeinde gehört zu den schönsten Dörfern Oberfrankens, wie in den letzten Jahren mehrfach durch Silber- und Goldmedaillen bei entsprechenden Wettbewerben unter Beweis gestellt wurde. Seit 2003 ist Neudrossenfeld Schauplatz der alle zwei Jahre stattfindenden Europatage, was der Gemeinde zwischenzeitlich auch die offizielle Bezeichnung “Europadorf” eingebracht hat.

Bürgermeister Dieter Schaar ging bei dieser Entwicklung von Beginn seiner Amtszeit (2002-2014) an mit großem Engagement voran und brachte sich bis 2018 auch als stellvertretender Vorsitzender der FEK e.V. ein. In beiden Ämtern wurde Harald Hübner sein Nachfolger, der die Geschicke Neudrossenfelds seit 2014 als Erster Bürgermeister führt. Stets stand auch die Gemeindeverwaltung mit großem Einsatz hinter den Europatagen, ein Glücksfall war auch die Unterstützung durch den Schlossherrn von Neudrossenfeld, Dr. Karl Gerhard Schmidt, in dessen Räumlichkeiten große Teile der Europatage stattfanden und -finden.

Das Bild zeigt Bürgermeister Harald Hübner bei der Eröffnung der Europatage 2019 auf dem Marktplatz von Neudrossenfeld (Foto: Egon Lippert).